Geglückte Integration soll Vorbild sein – drei syrische Brüder in Imst

Flüchtlingsfamilie2

v.l. Liesi Pfurtscheller mit den drei Brüdern Yousef, Abd und Mohamad Al Sawasin.

 

Kürzlich traf ich Abd, Mohamad und Yousef Al Sawasin in ihrer Wohnung in Imst. Da ich die drei schon länger begleite, weiß ich, diese drei Burschen haben sich bereits bestmöglich integriert. Abd (26) arbeitet in einem Architekturbüro, Mohamad (20) möchte eine Lehre machen und Yousef (15 Jahre) bemüht sich derzeit um eine Aufnahme am Gymnasium Imst, denn er möchte unbedingt Augenarzt werden. Alle drei Brüder wollen sich ein neues Leben in Tirol aufbauen und sind dabei ein Vorbild für viele andere Flüchtlinge. Mir ist es sehr wichtig, positive Beispiele vor den Vorhang zu holen, damit die öffentliche Diskussion nicht nur negativ geführt wird.

Schon über einen Zeitraum von ca. eineinhalb Jahren begleite ich nun die drei Burschen aus Syrien schon und helfe ihnen bei ihren Bemühungen, sich bestmöglich zu integrieren. Im Zuge eines Besuchs einer Flüchtlingsunterkunft in Zams, lernte ich die drei Syrer kennen. Unter anderem auch Yousef (damals 14 Jahre), den einzigen „unbegleiteten minderjährigen Flüchtling“ (ohne Begleitung durch Eltern oder Elternteil), der damals im Bezirk Landeck untergebracht war. Yousef erzählte, dass er mit seinen zwei älteren Brüdern über den Seeweg nach Europa geflüchtet war. Er hatte sehr große Angst auf dem Boot. Nach über einem Jahr im Flüchtlingsheim in Zams erhielten die drei Brüder den Aufenthaltsstatus zuerkannt und die Suche nach einer geeigneten und leistbaren Wohnung führte sie nach Imst.

Abd (26 Jahre), der älteste der drei Brüder, hatte seit der Flucht die Verantwortung für die beiden jüngeren Brüder. Eine Verantwortung, die er mit viel Gewissenhaftigkeit getragen hat. Das konnte ich selbst miterleben. Das Bemühen Deutsch zu lernen stand und steht immer noch bei ihm an erster Stelle. Seit ein paar Monaten arbeitet Abd, der ein abgeschlossenes Architekturstudium hat, bei einem Architekturbüro in Telfs und kann so wesentlich zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

Mohamads (20 Jahre) größter Wunsch ist, eine Installateurlehre absolvieren zu können. Zuerst muss er aber noch besser Deutsch lernen, damit er seine Arbeitskollegen gut versteht und die Berufsschule erfolgreich absolvieren kann. Im Mai soll es dann soweit sein.

Yousef (15 Jahre) ist ein fröhlicher und aufgeweckter Jugendlicher. Er geht sehr gerne in die Schule und spricht schon sehr gut Deutsch. Wenn man sich mit ihm unterhält, erinnert wenig an die furchtbare Zeit, die er im Krieg in Syrien und während der Flucht erlebt hat. Nur ein kleiner Schatten huscht über sein Gesicht, als er erzählt, dass sein Vater in Syrien gestorben ist. Besonders glücklich ist Yousef jetzt aber, dass ihre Mutter aus Syrien nach Tirol nachkommen durfte. Wenn ein minderjähriger Flüchtling den Asylstatus zugesprochen bekommt, ist es ihm erlaubt, seine Mutter nachzuholen. Besonders schön ist es zu beobachten, wie ehrgeizig Yousef ist. Er möchte später Augenarzt werden und arbeitet deshalb sehr hart daran, die Voraussetzungen für eine Aufnahme am Gymnasium Imst zu erfüllen.

Ein besonderes Anliegen ist es mir, mich bei allen ganz herzlich zu bedanken, die den drei Brüdern Wohnung, Arbeit und Unterstützung gegeben haben.

 

Arbeitszeitflexibilisierung – alle können gewinnen

Derzeit ist der Wunsch nach Flexibilisierung der Arbeitszeit in aller Munde. Die Sozialpartner sollen im ersten Halbjahr 2017 eine Lösung finden. Ist es möglich, dass alle – sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer – davon profitieren? Ich denke schon!

Viele Menschen in Österreich verdienen ihren Lebensunterhalt mit Dienstleistungen.

Wir im Tiroler Oberland verdanken vor allem auch dem Tourismus unsere positive wirtschaftliche Entwicklung, niedrige Arbeitslosenzahlen und lebenswerte Seitentäler. Und gerade der Tourismus als extrem dienstleistungsintensive Sparte verlangt sowohl ArbeitgeberInnen als auch ArbeitnehmerInnen viel Flexibilität und ständig verbesserte Angebote für die Gäste ab. Gast in Tirol zu sein bedeutet, rund um die Uhr hervorragende Betreuung genießen zu können, sei es im Hotel, auf der Schipiste oder in der Berghütte. Das macht den ganz besonderen Ruf Tiroler Gastfreundschaft aus und bedeutet natürlich, dass die Dienstleistungen erbracht werden müssen, wenn der Gast da ist, wenn also Hochsaison herrscht.

21d01d208271d0996ebf63095a507cb2Vor allem im Tourismus wären flexible Arbeitszeiten sehr wichtig. Das Niveau der Gästebetreuung bei uns im Oberland ist sehr hoch – das kann nur mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet werden.

Viele Arbeitgeber stehen hier aufgrund der derzeitigen Arbeitszeitregelungen vor fast unlösbaren Aufgaben, und das, obwohl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus damit einverstanden wären, in „Stoßzeiten“ mehr zu arbeiten und dafür ein andermal Zeitausgleich zu konsumieren oder einfach mehr bezahlt zu bekommen. Jeder weiß, gearbeitet muss werden, wenn die Arbeit anfällt! Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begrüßen diese Art der Arbeitseinteilung sogar, Nebenerwerbs-Landwirte haben so die Möglichkeit, außerhalb der Tourismussaison ihre Bauerschaft zu betreuen, Mütter können sich flexibel die Zeit mit ihren Kindern einteilen, so mancher kann sich zusätzliches Geld zB. für einen besonderen Urlaub dazu verdienen.

Ich denke, diesen Bedürfnissen von beiden Seiten sollte Rechnung getragen werden – zum Nutzen aller! Daher halte ich es für sehr wichtig, dass die Sozialpartner nicht ideologische „Justamentstandpunkte“ in den Fokus ihrer Verhandlungsführung richten, sondern sich an den wahren Bedürfnissen ihrer Klientel ausrichten. Eine moderne, flexible und für alle faire Lösung wäre ein großer Schritt in die Zukunft!

 

Wir brauchen die zwei Tunnel im Oberland und Außerfern dringend!

Gestern habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann eine Petiton zum Thema Ausbau der Fernpass-Route an unseren LH Günther Platter übergeben. Weit über 90% der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie zahlreiche Wirtschaftstreibende aus den Bezirken Imst, Landeck und Reutte unterstützen unsere Petition. Besonders freut mich, dass es erstmals – nach langen Jahren der Diskussion – gelungen ist, parteiübergreifend eine breite Allianz für den Bau des Fernpass-Scheitel-Tunnels und des Tschirgant-Tunnels zu schmieden. Das zeigt, wie groß die Zustimmung ist, aber auch die Bedeutung, die dieses Projekt für die komplette Region hat.

 img_4072s

BU: v.l. Christian Strigl (WK-Reutte), BRin Sonja Ledl-Rossmann, NRin Elisabeth Pfurtscheller und Josef Huber (WK-Imst) übergeben die Resolution an LH Günther Platter.
Fotonachweis: WKO

Als nächstes werden wir die Petition in den Petitionsausschuss des Nationalrats einbringen. Der Grund für die Einbringung der Petition auch an den Bund, ist ein einfacher: Den Fernpass-Scheitel-Tunnel kann das Land Tirol ohne Unterstützung des Bundes finanzieren. Hinsichtlich der Realisierung gibt es auch schon positive Signale. Die Planungen für den Fernpass-Scheitel-Tunnel sind schon relativ weit voran geschritten. Derzeit werden Probebohrungen am Fernpass durchgeführt. 

 

Der Tschirgant-Tunnel hat eine Länge und damit ein Kostenvolumen, das nur vom Bund, sprich der ASFINAG, bewältigt werden kann. Deshalb ist es unser wichtigstes Bestreben, dass der Tschirgant-Tunnnel wieder in den langfristigen Rahmenplan der ASFINAG aufgenommen wird. Wenn das gelingt und die Vorarbeiten für das Projekt zügig durchgeführt werden, kann die Umsetzung unter Umständen auch relativ schnell gehen, wenn beispielsweise ein anderes, vorher gereihtes Projekt ausfällt.

 

Mit den Unterschriften von nahezu allen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen aus den drei Bezirken Imst, Landeck und Reutte sowie der Unterstützung vieler wirtschaftlicher Leitbetriebe wollen wir den politischen Druck erhöhen und zeigen, dass die Region mit einer Stimme spricht und hinter diesen zwei Tunnelprojekten steht. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Umweltbelastung, Lärmbelästigung, wirtschaftlichen Hintergründen, bis hin zur schlichten Erreichbarkeit des Inntales und umgekehrt.
Die genaue Darstellung der Gründe findet ihr unter folgendem Link im Text unserer Petition: 2016_petition_fernpass

Der Wolf im Schafspelz

Ganz ehrlich? Ich mache mir Sorgen – Sorgen um unser Land, Sorgen um Österreich. Ja – es geht um die Bundespräsidentenwahlen, die am Sonntag (24. April) anstehen. Und ja – es macht mir vor allem eine Entwicklung rasende Kopfschmerzen – der Rechts-Ruck, den wir mit einem Bundespräsidenten Norbert Hofer erleben würden.

Nun werden viele von euch sagen: Ja Hofer kommt aus der FPÖ, aber man hat ihn in den letzten Wochen und Monaten doch kennengelernt. Und zwar als gemäßigten, freundlichen und zurückhaltenden Politiker. Da kann ich nur sagen: Weit gefehlt. Hofer hat zwei Gesichter. Das freundliche, das er derzeit im Präsidentschaftswahlkampf zur Schau trägt und sein wahres Gesicht, das immer wieder bei Parteiveranstaltungen vor seinen blauen Sympathisanten, aber auch immer wieder in Diskussionen des Nationalrates zum Vorschein kommt. Ihr könnt mir glauben ich habe ihn kennen gelernt, den „netten“ Herrn Hofer. Und das was er da so von sich gibt, ist gar nicht mehr nett. Der FPÖ Parteiideologe reiht sich ein unter Hardlinern wie Strache, Gudenus und Kickl. Nur, dass er seine Ideologie besser zu verschleiern versteht, als es die anderen machen: ein richtiger Wolf im Schafspelz also.

Bei Parteiveranstaltungen bezeichnet er die Flüchtlinge als „Invasoren“, seinen Mitbewerber van der Bellen als „faschistischen, grünen Diktator“. Wie passt das zusammen? Sehr gut sogar, denn politisch sozialisiert hat er sich in einer schlagenden Burschenschaft, der „Marko-Germania“ im Burgenland. Diese Burschenschaft geht davon aus, dass es keine österreichische Kulturnation gibt, sondern nur eine Deutsche. In diese „Volksgemeinschaft“ könne man nur hineingeboren werden. Deshalb würden gebürtige „Kubaner, Afghanen oder Chinesen“ nie echte Österreicher werden können. In welche Richtung solche Meinungen und Ansätze führen, brauche ich euch nicht zu erklären.

Diese Aufzählungen über seine Herkunft und Ideologie könnten wir hier seitenweise fortführen. Aber was ich damit sagen will: Liebe Österreicherinnen und Österreicher: Bitte macht euch noch mal Gedanken über die Bundespräsidentenwahl und über ihre Folgen für Österreich. Österreich würde einen Rechts-Ruck sondergleichen erleben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen in Österreich das wirklich wollen?!?!

Ich für meinen Teil halte Andreas Khol nach wie vor für den besten Kandidaten in einer schwierigen Zeit, einen, der nicht polarisiert und das Land spaltet. Einen der für sozialen Frieden und Gerechtigkeit in unserem Land eintritt. Der die Einigkeit und den besten Weg für Österreich in den Vordergrund stellt. Meine Stimme am 24. April hat Andreas Khol. Vielleicht deine auch?

Wenn Arbeit Früchte trägt

GRW16_160_Frauen_mehr

Eine Kampagne hat ja immer den Sinn, etwas damit zu erreichen. So auch die Kampagne der Frauen in der Tiroler Volkspartei zu den Gemeinderatswahlen 2016: „Warum verzichten wir auf die Hälfte?….“ Gemeint waren hier natürlich 50% der Bevölkerung – also die Frauen, 50% des Know-Hows, 50% der Erfahrung sowie 50% der Ressourcen für die politische Arbeit im Gemeinderat. Mit dieser Kampagne war ich das komplette vergangene Jahr in ganz Tirol unterwegs, um Frauen zu motivieren in die Gemeindepolitik zu gehen und um Männer zu motivieren Frauen in der Gemeindepolitik zu unterstützen. Mein Ziel war es 100 Frauen auf VP-Listen und VP-nahen Listen in die Gemeindestuben zu bringen. So viel zu der Vorgeschichte.

Und das Ergebnis der Kampagne ist: „…..es ist auf jeden Fall schön, wenn Arbeit Früchte trägt!“ Sogar mehr Früchte, als wir gerechnet hatten. Immer wieder gab es Zeiten, in denen ich mir nicht sicher war, ob wir unser Ziel erreichen können. Dann gab es wieder Zeiten, wo ich optimistischer war. Jedoch mit diesem Ergebnis haben wir alle nicht gerechnet. Wir haben nicht nur die erhofften 100 Frauen mehr in die Gemeindepolitik gebracht, sondern tirolweit sogar 160 FRAUEN mehr! Deshalb noch einmal: Es ist schön wenn Arbeit Früchte trägt.

Stellt sich an dieser Stelle aber nun die Frage: Warum freut mich das Ganze so?  und: Was bringt mir dieses Ergebnis persönlich? Naja – zu allererst ist es ein Erfolg, der vielleicht auch ein wenig auf unsere Kampagne zurückzuführen ist. Motivation ist ja bekanntlich in der Politik einer der wichtigsten Faktoren und das scheint mir und uns in unzähligen Gesprächen doch gelungen zu sein.

Aber generell ist es ein Erfolg für die Gemeinden in Tirol. Sie erhalten wenigstens einen geringen Teil des Know-hows, auf das sie bisher verzichten mussten. Jedoch bleibt in ganz Tirol immer noch sehr viel Arbeit – in manchen Bezirken waren wir erfolgreicher, in anderen weniger. Aber eines ist allen Bezirken in Tirol gemeinsam: trotz einer großen Steigerung der Frauen in der Gemeindepolitik (die mich außerordentlich freut – bitte verstehen sie mich jetzt nicht falsch), ist das Frauenpotential noch unglaublich ausbaufähig – sei es in Bezug auf Frauen im Gemeinderat, aber auch in Bezug auf Frauen in Spitzenpositionen, sprich im Gemeindevorstand, als Vizebürgermeisterin oder sogar als Bürgermeisterin. Die Arbeit geht uns also nicht aus! Wir arbeiten weiter!!!

ZAHLEN
In Tirol werden 3.689 Mandate vergeben. Davon werden nun ca. 2.928 von Männern und 761 von Frauen besetzt. Das ergibt im Durchschnitt einen Zuwachs an Gemeinderätinnen von rund 30 %. Insgesamt gibt es in Tirol seit den Gemeinderatswahlen 2016 nun 16 Bürgermeisterinnen, was einer Steigerung von 60% entspricht.

Die Wirtschaft wird weiblich

Erst kürzlich habe ich eine Presseaussendung der Wirtschaftskammer Landeck über Neugründungen erhalten. Sie enthielt eine äußerst erfreuliche Botschaft: „Die Wirtschaft wird weiblich“. So kommen 52% aller Neugründungen des letzten Jahres im Bezirk Landeck von Frauen. Dies ist eine Tatsache, die mich wenig wundert, denn Frauen mussten ja schon seit Jahrhunderten Multiorganisationstalent beweisen.

DSC04135
Es gibt sehr viele starke Frauen im Bezirk Landeck. Hier die Unternhemerin Martina Falch aus Flirsch.

Frauen organisierten seit jeher die Familie und in früheren Jahren sogar den Familienverband. Warum als sollen sie ihr Knowhow und ihr Organisationstalent nicht in eine eigene Firma einbringen? Es gibt hervorragende Beispiele für sehr erfolgreich von Frauen geführte Unternehmen.

Jedoch ist noch immer der Anteil an Frauen in internationalen Führungspositionen eher gering. Wobei die Ausgangsposition noch nie besser war. Gerade im Bereich Bildung sind die Frauen schon lange an den Männern vorbei gezogen. So sind etwa 60% aller Hochschulabgänger weiblich. Außerdem werden Frauen sogenannte Softskills nachgesagt, wie Empathie und soziale sowie kommunikative Kompetenz, die gerade sie für eine gute Mitarbeiterführung qualifizieren.

Warum also ist der Anteil an Frauen in Führungspositionen immer noch so gering? Die Antwort ist so simpel, wie auch kompliziert: Frauen sind oft doppelt belastet, sie müssen nicht nur die Familie managen, sondern auch die beruflichen Herausforderungen. Häufig verzichten sie dabei darauf, die Karriereleiter aufwärts zu klettern, weil sie befürchten, dass die Familie dann auf der Strecke bleibt. Auch ist Frauen oft weniger die Position wichtig als vielmehr, dass sie mit dem Inhalt ihrer Arbeit glücklich sind.

Das letztere mag dazu führen, dass wir gerade im Bezirk Landeck nun den Idealfall vorfinden. Frauen, die mit ihrer Tätigkeit glücklich sind, machen sich selbständig und werden zu ihren eigenen Chefs. Dadurch lässt sich auch manchmal die Kinderbetreuung und das Familienleben zeitlich leichter organisieren. Wie schon gesagt, eine sehr erfreuliche Entwicklung. Der Bezirk Landeck also geht in die richtige Richtung, denn auch die Wirtschaft kann – genauso wie die Politik – nicht auf 50% der (Wo)Manpower verzichten.

Hier der Link zur Presseaussendung der Wirtschaftskammer Landeck:
https://www.wko.at/Content.Node/landeck/PA_Gruenderzahlen-2015-Bezirk-Landeck.pdf

 

 

Das ist jetzt leider kein Faschingsscherz

 

IMG_2017 - Arbeitskopie 2

Das darf doch wohl jetzt wirklich nicht wahr sein! Ich verstehe die Welt nicht mehr. Wir kämpfen seit Jahrzehnten um Frauenrechte, um die Einhaltung der Menschrechte und um Gleichberechtigung!  Wir schreiben das Jahr 2016 und dann so was!!! Entschuldigt bitte meinen Gefühlsausbruch, aber das musste jetzt sein! Nun zur Erklärung:

Neulich lese ich die Tiroler Tageszeitung und stoße auf einen Artikel mit folgender Überschrift: „Vergewaltigungs-Befürworter rief Anhänger zu Treffen auf“. Ich traue meinen Augen nicht und meine erste Reaktion darauf ist: „Ja geht’s noch?“. Dann lese ich weiter in der Hoffnung, dass die Überschrift nicht das hält, was sie verspricht, werde aber leider enttäuscht.

Da gibt es doch tatsächliche einen, meiner Meinung nach psychisch kranken Menschen aus den USA, Daryush Valizadeh, der sich selbst als „Aufreiß-Künstler“ bezeichnet (in Englisch „Pick-up-Artist“) und von der Justiz fordert, dass Vergewaltigungen im nicht öffentlichen Bereich nicht mehr straffverfolgt werden!!! Seine krude Begründung unter anderem: Frauen würden dann besser auf sich aufpassen und Vergewaltigungen dadurch nicht mehr so oft passieren……..

Aber damit noch nicht genug. Er ruft auch noch öffentlich zu sogenannten Geheimtreffen in 43 Ländern der Welt und auch in Wien und Graz auf. Das kann es doch nicht wirklich geben, im Jahr 2016, meint man. Er hat sogar Anhänger – die Maskulinisten – die er in Seminaren schult und ihnen beibringt, wie man möglichst viele Frauen ins Bett bringt. Es wird also immer absurder! Meiner Meinung nach sollten solche Aktivitäten strafrechtlich verfolgt werden.

Dieser Man ist US-Amerikaner und lebt in der westlich geprägten Welt, wo das Frauenbild eigentlich seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten ein anderes ist. Das macht das Ganze eigentlich noch schlimmer. Solche Einstellungen werden in Tagen wie diesen gerne den Männern aus dem arabischen Raum nachgesagt. Da frage ich mich schon, ob wir da nicht besser vorsichtig sein sollten mit solchen Beschuldigungen und besser auf den eigenen Kulturkreis achten sollten. Auf jeden Fall bestätigt sich hier eindrucksvoll wieder einmal meine These. Es gibt in jeder Kultur Gauner, aber deshalb kann man nicht alle in einen Topf werfen.

Mittlerweile wurden diese „Treffen“ vom Initiator abgesagt und haben nicht stattgefunden. Valizadeh nannte als Begründung, er könne die Sicherheit seiner Anhänger nicht gewährleisten.

Ich frage mich, wer gewährleistet unsere Sicherheit vor solchen Männern mit dieser Einstellung? Derzeit läuft ja eine ähnliche Diskussion zu den Übergriffen auf Frauen, die von männlichen Asylwerbern und Asylanten durchgeführt worden sind. Im hier genannten Fall haben wir es allerdings mit jemandem zu tun, der in den USA geboren und aufgewachsen ist, sogar studiert hat. Ich bin keine Wissenschaftlerin, aber ich neige dazu, zu behaupten, dass Männer nicht unbedingt aus einem patriarchalischen System kommen müssen, um so ein Frauenbild zu haben. Umso wichtiger ist es, dass wir Frauen nicht aufhören, für unsere Rechte und unsere körperliche Unversehrtheit zu kämpfen und jederzeit stark und selbstbewusst auftreten. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Rechte, die viele mutige und engagierte Frauen erkämpft haben, immer noch sehr gefährdet sind.

Bin mal gespannt, was ihr zu diesem Thema zu sagen habt! Freue mich auf eure Kommentare dazu!

Hier noch der Link zum Artikel in der Tiroler Tageszeitung vom 4. Februar:

http://www.tt.com/panorama/11084932-91/vergewaltigungs-bef%C3%BCrworter-rief-anh%C3%A4nger-zu-treffen-auf.csp

 

Sind Frauen nicht für die Politik geboren?

IMG_2646 - Arbeitskopie 2.jpg

Auf die Veröffentlichung einer Umfrage zum Thema „Frauen in Politik und Wirtschaft“ in der TT reagierte eine Userin folgendermaßen: „Wir Frauen sind nicht für die Politik geboren!“ Was meinen Sie, hat sie recht? Ich bin überzeugt, sie irrt gewaltig!

Gibt man in Wikipedia den Begriff „Politik“ ein, erscheint folgender erster Satz:

„Politik ist ein schwer zu umgrenzender Begriff, der im Kern seiner Bedeutung die Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen bezeichnet.“

Eben! – Ein gut funktionierendes Gemeinwesen war uns Frauen doch schon immer ein Anliegen. Es hat große Auswirkung auf unser Wohlbefinden und das unserer Familie und Freunde. Das ist uns doch wichtig, nicht wahr?! Warum also sollten wir uns dafür nicht interessieren, nicht mitgestalten wollen? Das KANN nicht der Grund sein, warum es so schwer ist, Frauen für Politik zu begeistern!

Was hindert „Frau“ also? Als Landesleiterin der Frauen in der Tiroler Volkspartei mache ich mir schon lange Gedanken darüber. Wir haben uns für die anstehenden Gemeinderatswahlen vorgenommen, 100 Frauen mehr in die Tiroler Gemeinderäte zu bringen. Daher habe ich zu diesem Thema in den letzten Monaten unzählige Gespräche geführt – mit Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen, GemeindemandatarInnen, Frauen in anderen politischen Funktionen, aber auch mit  Frauen im Sozialbereich sowie in der Wirtschaft. In einem waren wir uns alle einig: Es braucht Frauen in der Politik, Frauen verändern die politische Arbeit zum Positiven, auch Männer wollen Frauen in politischen Gremien. NUR: Genau diese Frauen zu finden, die sich politisch einbringen wollen, ist nicht einfach.

Viele Gründe werden genannt, warum es „nicht geht“:

  • Die Doppelbelastung durch Beruf und Familie macht es Frauen schwer, auch noch Zeit für ein politisches Engagement zu finden.
  • Frauen fürchten die direkte Auseinandersetzung mit Kollegen und Kolleginnen aber auch mit der Bevölkerung.
  • Sie sind oft schon in diversen Vereinen engagiert und wollen oder können nicht noch zusätzliche ehrenamtliche Arbeit auf sich nehmen.
  • Viele Sitzungstermine finden am Abend statt, es gibt Probleme mit der Betreuung der Kinder.
  • Frauen sind Perfektionistinnen, sie wollen ihre Aufgabe zu 100 % erfüllen – es fehlt der – manchmal notwendige – Mut „zur Lücke“.

Es gibt aber noch weitere Aspekte:

  • Wollen Frauen eine Liste anführen oder gar als Bürgermeisterin kandidieren, werden sie nicht hinreichend unterstützt – auch das kommt vor.
  • Oder sie hatten in der vorangegangenen Amtsperiode keine Erfolgserlebnisse. Nichts, was sie vorgeschlagen haben, wurde umgesetzt – sie sind enttäuscht.

TROTZDEM – Es gibt sie, die Interessierten und politisch Engagierten, und ich sehe es als meine Aufgabe an, sie bestmöglich zu unterstützen und zu ermutigen, damit unsere Gesellschaft auch in den Gemeinderäten dementsprechend abgebildet wird. Und all jene – die wie eingangs erwähnt – auch davon überzeugt sind, dass es „politische Frauen“ braucht, lade ich ein, mit zu helfen!

Wir dürfen das politische Feld nicht den Männern überlassen! Nicht, weil wir so viel besser sind, sondern weil wir anders sind und die gegenseitige Ergänzung und Stärkung wichtig ist, gerade in herausfordernden Zeiten!

Hier der Link zum erwähnten Artikel in der Tiroler Tageszeitung vom Montag, den 4. Jänner 2016: http://www.tt.com/politik/innenpolitik/10924780-91/frauen-scheuen-die-politik.csp

 

 

Das aggressive Patriarchat als Grundstock des Übels in der islamischen Welt?

Kürzlich hat die Silzer Künstlerin Ursula Beiler in einem Zeitungsartikel folgende These, der ich sehr Vieles abgewinnen kann, vertreten: „Das aktuelle Weltgeschehen haben wir einem aggressiven Patriarchat zu verdanken.“ Die Kriege in Syrien, dem arabischen Raum, aber auch in afrikanischen Ländern gehen sehr stark mit einer patriarchal eingestellten Hierarchie einher. Frauen sind in diesen Ländern sehr oft wenig bis gar nichts wert. Diese Einstellungen bringen natürlich auch einige männliche Flüchtlinge sowie Migranten aus diesen Kulturkreisen mit zu uns nach Europa. Sicher ein Mitgrund, warum sich solche Szenen wie in der Silvesternacht in Köln ereignen können.

IMG_1978 - Arbeitskopie 2

Die Aussage der Künstlerin Ursula Beiler entstand in der Auseinandersetzung mit ihrer viel diskutierten Kunstinstallation „Grüß Göttin“, über die man ja denken kann wie man will. Aber der Hintergrund dieser Installation ist aktueller denn je und lässt mich im Besonderen über die derzeitige Situation nachdenken. Ich möchte hier einen Ausschnitt der Aussagen von Ursula Beiler aus der Tiroler Tageszeitung vom Samstag, den 9. Jänner wiedergeben:

„Über mythologische Hintergründe hinaus möchte ich mit der weiblichen Grußformel die Menschen dazu anregen, über das Sein auf unserer Erde nachzudenken. Es gibt nicht nur männlich oder nur weiblich, so wie es ein Einatmen und ein Ausatmen oder den Tag und die Nacht gibt. Nur über beides gemeinsam findet man zur Mitte. Alles Einseitige macht krank bzw. aggressiv. Das aktuelle Weltgeschehen haben wir einem aggressiven Patriarchat zu verdanken – es fehlt das Weibliche.“ Ernste Sorgen macht sich Beiler über die zunehmende Islamisierung. Ihre zukünftige Aufgabe als Künstlerin sieht sie deshalb darin, im Rahmen von Kunstaktionen konservativ islamischen Gruppen aufzuzeigen, dass Frauen auch Menschen sind.“

 Ich denke, gerade in einer sich rasant wandelnden Welt ist es für unsere Gesellschaft unausweichlich, sehr genau klarzustellen, dass Frauen in unserer Gesellschaft  derselbe Stellenwert zukommt wie Männern. Dass Werte wie Freiheit (auch in sexueller Hinsicht), Respekt und Würde für alle Menschen zutreffen und deshalb Frauen nicht schlechter oder respektloser behandelt werden dürfen. Dass wir keine Toleranz für Menschen haben, die diese Werte nicht akzeptieren und dass wir uns von allen Menschen, die bei uns leben möchten erwarten, dass sie sich integrieren und wie es die Künstlerin Ursula Beiler so schön sagt, „mit uns zur Mitte finden“.

In meinen mittlerweile sehr vielen Begegnungen mit männlichen Flüchtlingen bzw. Asylwerbern aller Nationen und Kulturen konnte ich aber feststellen, dass die überwiegende Masse sehr wohl unsere Werte schätzt und leben will und dass sie großen Respekt vor den Männern und Frauen in ihren „Gastländern“ mitbringen. Das Wichtige am gegenseitigen Miteinander ist das klare Abstecken von Grenzen, einfordern von Respekt und Aufzeigen von Werten, denn Menschen aus fremden Kulturen können nicht immer wissen, was von ihnen erwartet wird und was nicht.

Im Übrigen möchte ich noch feststellen, dass mich herabwürdigende Pauschalverurteilungen, wie sie derzeit in sozialen Netzwerken kursieren, anwidern. Denn durch die Taten von Einzelnen (die selbstverständlich zu missbilligen und aufs Härteste zu bestrafen sind) werden gerade dort alle anderen Menschen dieser Gruppe verunglimpft und beschimpft. Auch das Verhalten auf Facebook und Co. hat etwas mit Würde und Respekt zu tun – in diesem Fall besser gesagt mit fehlendem Respekt vor der Würde jedes Einzelnen. Wie sollen die Menschen, die aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen diese Werte verstehen, wenn wir sie ihnen nicht richtig vorleben?

Hier der Link zum erwähnten Artikel in der Tiroler Tageszeitung vom Samstag, dem 9. Jänner 2016:
http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/10967647-91/eine-gr%C3%BC%C3%9F-g%C3%B6ttin-die-nicht-aufregt.csp

 

Warum sollen die Einwohner von kleinen Gemeinden weniger „wert“ sein?

Im Finanzausgleich wird seit jeher die Verteilung der Finanzmittel, sprich Steuereinnahmen, geregelt. In diesen Ausführungen geht es vorrangig darum, wie viel die Gemeinden vom Bund Geld für ihre laufende Arbeit erhalten. Seit dem Jahr 1920 gibt es den abgestuften Bevölkerungsschlüssel, der große Städte und Gemeinden mit vielen Einwohnern bevorzugt behandelt. Das bedeutet, dass diese pro Einwohner mehr Geld bekommen als kleine Gemeinden.

 

Ich frage mich: „Ist das noch zeitgemäß? Sind die Einwohner von kleineren Gemeinden tatsächlich weniger wert?“ Um zu verstehen, warum dieser abgestufte Bevölkerungsschlüssel eingeführt wurde, muss man in der Geschichte etwas zurück schauen. Damals wollte man sich solidarisch zeigen mit den im Weltkrieg besonders hart geprüften Städten. Mit dem Geld sollte Wiederaufbauarbeit geleistet werden. Das war sicher eine wichtige und legitime Vorgehensweise.

 

Aber nun schreiben wir das Jahr 2016 – die Kriegsschäden sind – schon lange – beseitigt. Die großen Städte und Gemeinden haben bekannter Weise viel mehr Geldeinnahmen als kleine Gemeinden. Ich denke hier z.B. an die Kommunalsteuer, die in Städten sicher um ein Vielfaches höher ausfällt als in kleinen Landgemeinden. Das heißt, dass sich die Rahmenbedingungen der Gemeindehaushalte grundlegend verändert haben. Notwendig wäre ein Umschwenken von einem ungerechten und nicht mehr zeitgemäßen System in Richtung Aufgabenorientierung. Dort, wo Aufgaben erledigt werden, sollte das benötigte Geld auch hinfließen. Gerade kleine Gemeinden in strukturschwachen Regionen haben mit ihren Kindergärten, der Pflege- und Altenbetreuung, dem Kanal-, Wasser- und Straßennetz usw. eine Fülle von Leistungen zu erbringen. Sie benötigen das Geld mehr denn je. Nun heißt es für mich, die Solidarität, die kleine Gemeinden jetzt seit Jahrzehnten an den Städten gezeigt haben, auch zurück zu geben, um das Leben am Land zu sichern, die Landflucht zu verringern, die Rahmenbedingungen und die Chancengleichheit für die Menschen am Land an das urbane Leben angleichen zu können.

 

Wenn es darum geht, diese Gerechtigkeit im neuen Finanzausgleich zu erwirken, ziehen ÖVP-Klub und Gemeindebund an einem Strang. Seit einigen Monaten sammeln wir deshalb gemeinsam Stimmen für mehr Gerechtigkeit im Finanzausgleich. In meinem Wahlkreis haben bereits 43 von 88 Gemeinden die Resolution unterzeichnet. Österreichweit sind bereits über 500 Gemeinde-Resolutionen unterschrieben im ÖVP-Klub eingelangt.

Nur mit geballter Stimmkraft können wir unseren Verhandlern im Finanzausgleich den Rücken für die gewünschten Änderungen stärken, damit endlich jeder Einwohner, auch in kleinen Gemeinden, gleich viel wert ist.